Färöische Briefmarken: Sondermarken

 

Der einzige Raubvogel, der heutzutage auf den Färöern brütet, ist der Zwergfalke. Man glaubt aber auch, dass früher der Seeadler auf den Färöern gebrütet hat.

Raubvögel, die zu der Familie der Falken zählen, sind beim Flug an ihren sehr spitzen Flügeln und ihrem verhältnismäßig langen Schwanz zu erkennen. Sieht man einen Falken aus der Nähe, erkennt man einen recht kräftigen Schnabel, der genau hinter der gebogenen Spitze des Oberschnabels einen kräftigen Höcker hat, auch „Falkenzahn“ genannt, der exakt mit der Einbuchtung im Unterschnabel zusammenpasst

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zwergfalke (Merlin) 
Falco columbarius subaesalon 

Zur Familie der Falken (Falconidae) zählen ca. 60 verschiedene Arten, die über den größten Teil der Welt verteilt sind. Die Zwergfalken sind in 10-11 verschiedene Unterarten unterteilt, die sich in eine arktisch zirkumpolare Verbreitung in borealen und subarktischen Gebieten aufteilen lassen. Die Zwergfalkenart, die auf den Färöern sowohl als Brutvogel als auch als Zugvogel gesichtet wird, heißt auf Lateinisch Falco columbarius subaesalon und brütet auch auf Island und in Schottland. Es sind besonders die langen Flügel dieser Art, die sie von der Art aesalon unterscheiden, die im nördlichen Skandinavien und in Teilen Sibiriens brütet.

Aussehen:
Der Zwergfalke ist der Kleinste aller Falkenarten Europas. Er ist 25 bis 30 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 50 bis 60 cm. Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Zwergfalken. Das Männchen ist auf der Oberseite graublau und auf der Unterseite rostbraun und hat große Längsstreifen. Das obere Federkleid des Weibchens ist dunkelbraun und die Unterseite ist ganz hellgelbbraun. Die Jungvögel ähneln dem Weibchen bis zum nächsten Frühjahr, wenn die Jugend-Mauser beginnt und die Jungen das Erwachsenengefieder bekommen. Bei den jungen Männchen treten die graublauen Federn auf der Oberseite hervor.
Die Weibchen wiegen durchschnittlich 210 g und sind somit um einiges größer als die Männchen, die durchschnittlich 50 g weniger wiegen.

Verbreitung und Zugverhalten:
Heutzutage brüten 25-30 Zwergfalken-Paare auf den Färöern. Der Bestand nimmt jetzt zu, nachdem die Zahl Mitte des letzten Jahrhunderts stark zurückgegangen war. Eine der Ursachen für die Zunahme in der heutigen Zeit sind sicherlich auf die verhältnismäßig milden Winter, in denen es vielen Staren und Spatzen gut geht und diese somit eine gute Nahrungsgrundlage für die Zwergfalken sind. Man ist sich nicht ganz sicher, aber es wird vermutet, dass auf jeden Fall ein Teil des färöischen Bestandes Standvögel sind. Der isländische Bestand zählt zwischen 1000 und 2000 Paare, von denen die meisten Zugvögel sind. Viele von ihnen passieren die Färöer sowohl im Frühjahr als auch im Herbst, wenn sie auf dem Weg in ihr Winterquartier im Gebiet Irland, Schottland, England und Nordfrankreich sind. Einige der Zwergfalken, die auf den Färöern überwintern, stammen wahrscheinlich aus Island. Nur die nördlichsten Zwergfalken sind Zugvögel, und das aus dem einfachen Grund, weil die Kleinvögel, die ihre Beutetiere sind, im Herbst gen Süden ziehen und die Zwergfalken ihnen deshalb folgen müssen.

Nahrung:
Der Zwergfalke jagt am häufigsten auf offenen Flächen, wo er seine Taktik anwendet, einen Überraschungsangriff mit großer Geschwindigkeit durchzuführen. Er schnappt die meisten Vögel direkt auf dem Boden oder kurz vorher. Es ist besonders die Sehkraft des Zwergfalken, die ihn zu einem perfekten Jäger macht, die Netzhaut seines Auges enthält ca. 1 000 000 Sehzellen pro mm2. Im Vergleich dazu verfügt der Mensch nur über ca. 100 00 pro mm2. Auf den Färöern sind oft Vögelarten wie Spatzen, Wiesenlerchen, Felsenpieper und Steinschmätzer die Opfer, aber auch Watvögel wie Regenpfeifer und Bekassine stehen auf der Speisekarte. Es ist unglaublich, dass der Zwergfalke einen so großen Vogel wie den Regenpfeifer erlegen kann, der genauso viel wiegt wie er selbst.

Brutverhalten:
Die Zwergfalken suchen sich ein Territorium einer gewissen Größe aus, das von der Nahrungssituation im Gebiet abhängt. In einem großen Gebiet wie Island misst das Territorium ca. 35 km2. Der Zwergfalke brütet am liebsten oben auf den unzugänglichen, steilen Felsseiten, er baut sein Nest jedoch nicht selbst. Falls er ein altes Krähen- oder Rabennest finden kann, übernimmt er dies nur allzu gern. Er kann aber auch seine Eier direkt auf dem nackten Felsvorsprung ablegen, ohne irgendeine Art von Nest zu haben. Die Eiablage beginnt normalerweise im Mai. Die Zwergfalken legen oft 4 Eier, obwohl man auch Gelege mit 3 bis 6 Eiern sieht. Die Eier sind ca. 40 mm lang, recht rund und rotbraun mit dichten dunklen Punkten. Das Ausbrüten dauert ca. 4 Wochen und die Jungen sind nach knapp 4 Wochen flügge.
Wenn die Jungen geschlüpft sind, jagt das Männchen die Beute und er rupft sie oft selbst, bevor er sie dem Weibchen an einer bestimmten Stelle in der Nähe des Nestes übergibt.
Das Weibchen zerlegt die Beute in passende Stücke, bevor sie diese an die Jungen weitergibt.

Verschiedenes:
Der färöische Name für den Zwergfalken ist „Smyril“ und auf diesen Namen stößt man oft im färöischen Alltag. Eine Reederei heißt „Smyril Line“ und die große Fähre, die nach Suðuroy fährt heißt „Smyril“. Der Zwergfalke wird auch im Vogellied „Fuglakvæðið“ erwähnt, das 229 Strophen enthält und Anfang des 19. Jahrhunderts von Nolsoyarpáll geschrieben wurde. Ein Sprichwort, dass man heute noch gebraucht, wenn beispielsweise einige Kinder gut miteinander spielen und plötzlich ein Rabauke hinzukommt und den Frieden und die Idylle stört, lautet: „Jetzt fliegt der „Smyril“ in einen Schwarm Stare“.
 
 

 

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